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Hochaltar

    3.3.3. Der Hochaltar

Das Herzstück dieser Kirche ist sicherlich der Hochaltar aus dem Jahr 1715 - 1717. Er ist ein zweigeschossiger, einachsiger Portalaltar mit Dreieckstellung. Die Predellazone (Unterbau des Altars) trägt ca. zwei mtr. hohe Kolossalfiguren, die unter das Gebälk des Giebels eingestellt sind. Links der Schutzpatron der Kirche, der Heilige Clemens, rechts der Heilige Ludgerus, dargestellt in bischöflichem Ornat (Bischofsstab, Mitra), Buch, Kirchenmodell und einer Wildgans. Er ist Patron des Bistums Münster, das in unmittelbarer Nachbarschaft an die Gemeinde Holte-Lastrup grenzt.

 

 

Das Obergeschoß wiederholt die Struktur der Predellazone in kleinerer Ordnung. Der bekrönende Abschluß ist eine freiplastische Gruppe der Dreifaltigkeit (Gottvater mit der Erdkugel, Gottsohn mit dem Kreuz, darüber schwebt in Gestalt einer Taube der Heilige Geist).

Links und rechts stehen die Assistenzfiguren der Heilige Johannes der Täufer, der Sohn der schon betagten Eltern Zacharias und Elisabeth, hier dargestellt in Fellbekleidung und Kreuzstab und rechts die Heilige Elisabeth von Thüringen mit einer Münze in der rechten Hand.

 

 

 

Im Zentrum des Hauptgeschosses befindet sich eine freiplastische Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes.

Das Kreuz ist das Zentrum des christlichen Glaubens. In der Kirche ist das wichtigste Kreuz das Altarkreuz. Für uns Christen erhält es seine konkrete und besondere Bedeutung durch Jesu Tod und Auferstehung, als Symbol für Leid und Erlösung. Über lange Zeit war das Fenster hinter der Kreuzigungsgruppe vermauert. Im Jahr 2000 wurde es wieder geöffnet. So ist das Zentrum transparent auf das geöffnete Chorstirnfenster lechtszenographisch bezogen.

Auffallend ist die blaue Vorhangwandmalerei sowohl hinter dem Hochaltar wie auch hinter der Kanzel: In einem dunklen mit goldenem Faltenwurf ist dieser Vorhang gestaltet. Dieser wurde bei der Sanierung aus dem Jahr 2000 hinter der alten Wandfarbe wiedergefunden und ist rekonstruiert worden. Diese Vorhangwandmalerei ist einzigartig im norddeutschen Raum.

Nach Abschluß der Arbeiten an den Seitenaltären, die in ihrer ursprünglichen Aufstellung nicht in der heutigen Schrägstellung, sondern in ihrer Gesamtansicht in den Kirchenraum eingestellt waren (siehe die vor den Altären liegenden Altarplatten, die als Fundament dienten), stellte die Choransicht mit ihren drei Altären ein einheitliches Kulissenbild dar. So entsprach der Chorraum in seiner Gestaltung der barocken Intention, im szenisch darstellenden Nachvollzug göttlich eingesetzter Sakramente in jeder Meßfeier die Heilsgeschichte als „Heiliges Theater“ zu durchleben. Von dieser Bühne des Heiles sollten die Gläubigen erfaßt werden mit dem liturgischen Ziel der Vertiefung und Identifikation mit dem eucharistischen Christus.

Haben Sie diese Figur auf dem Hochaltar entdeckt: der Pelikan, der seine Schwingen ausbreitet und sich seine Brust aufhackt, um mit den Blutstropfen die Jungen zu nähren? Dieses Motiv gibt es seit dem zweiten Jahrhundert. Es ist ein Hinweis auf Jesus Christus, der am Kreuz durch sein vergossenes Blut uns Menschen erlöst hat.

Diese Darstellung steht auf dem Altartisch über dem Expositorium (Ausstellung), das als besonderer Ort zur Verehrung des Allerheiligsten in der ausgestellten Monstranz dient.

 

 

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