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3.3.4. Der Jungfrauenaltar
Der linke Seitenaltar ist der sog. Jungfrauenaltar aus dem Jahr 1736. Gekrönt wird er durch die Figur der Heiligen Katharina,
die zwischen 305 und 312 in Alexandrien das Martyrium erlitten hat. Die Legende berichtet, daß Katharina fünfzig heidnische Gelehrte in einer Disputation, das ist ein theologisches Streitgespräch, besiegt habe. Da
das Rad zerbrach, auf dem sie gerädert werden sollte, wurde sie mit dem Schwert enthauptet. Dargestellt ist sie in der vornehmen Kleidung einer Königstochter mit Krone, Palme, Buch, Schwert und dem Rad an der
Nordwand.
Herzstück dieses Altares ist die Pietà aus dem Jahr 1705.
Die Figuren der Gottesmutter und des Leichnams Christi sind in einer Verschränkung miteinander verbunden. Der Künstler versucht die starre Front durch
überzogene Achsendrehung und Krümmung des Korpus sowie durch Gewichtsverlagerung zu durchbrechen. Der Kontrapunkt der sitzenden Figur durch ein forciert in den Raum vorspringendes
„Stützbein“ und die emotionale Direktheit des Gesichtsspiels rufen als Gesamteindruck eine gespannte dramatische Situation hervor: den Verlust des Sohnes angesichts des Todes.
Diese Figur hing bis zur Sanierung von 1998 - 2000 an der Stelle, wo jetzt das Holter Kreuz hängt. Sie wurde wieder an
ihren ursprünglichen Ort zurückgestellt.
Auf der gegenüberliegenden Seite steht der Josefsaltar, ebenfalls aus dem Jahr 1736. Der Heilige Josef, der Mann der
Gottesmutter, ist mit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie dargestellt.
Den Altar krönt der Heilige Hubertus in Jägerkleidung und einem Hund an den Füßen. Er ist
Patron der Jäger. Neben ihm hängt an der Südwand ein Hirschkopf mit einem Kreuz im Geweih. Die Hubertusfigur kann möglicherweise ein Hinweis an den jagdfreudigen Landesfürsten Clemens
August sein, der im selben Jahr im nahe gelegenen Sögel mit dem Bau des Schlosses Clemenswerth begonnen hatte.
Der Altaraufsatz (Retabel) beider Seitenaltäre stammt aus dem 17. Jahrhundert, was allein schon
durch die verschiedenen Fassungsgeschichten deutlich wird. Der einfache Portaltypus mit geradem Gebälkabschluß besaß eine Rotfassung der Säulen. Das 18. Jahrhundert übernahm die
Blauvariationen mit weißen Skulpturen des Hochaltares.
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